korrekt ODER erfolgreich – don´t ask for permission, beg for forgiveness

Von Timo am 10. August 2009 um 06:12

Salesmanager übernimmt neuen Job – grosse Software-Company – die Aufgabe: führe deine Mannschaft vom Techi-Feature-Sales zum Solution-Sales, sei früher im Sales-Cycle, generiere Impact und Budgets beim Business-Entscheider, ach ja: und hier hast du auch schon mal das wuchtige GOAL dazu im Commissionplan, ist klar 😉 – so eine Transition hat er schon mal gemacht – gut gemacht – mit messbarem Erfolg – weiss wo erStempel-HRabgelehnt beschnitten hinlangen muss und was die Hürden und Hindernisse sind – let´s go: Analyse seiner Mannschaft und deren Salesverhalten – 3 tauschen und dann 5 „Alte“+ 3 Neue entwickeln, upskillen und beschleunigen- er holt sich den Trainer mit dem er es schon mal erfolgreich gemacht hat und …

Er erstellt ein Konzept, das genau ins Schwarze trifft. Es ist ready-to-execute. Seine aufgefrischte Mannschaft ist von heute in 40 Tagen fit und gerüstet für einen erfolgreichen Solution-Sales-Approach. Er hat das prinzipielle GO des Geschäftsführers, soll aber sowohl HR wie auch seine SalesManager-Kollegen involvieren.

korrekt ODER erfolgreich

Er hat das GOAL. Seine Account-Teams haben es natürlich auch.
Der GF und die Kollegen schauen auf ihn: putzt der Neue was oder nicht.

… der weitere Verlauf:
er involviert HR – es gibt ein EMEA-Trainings-Curriculum – diese neue Massnahme muss zum Curriculum passen – das müssen wir dort präsentieren und mit dem Programm synchronisieren – kannst Du da bitte mal eine Präsentation zusammenstellen und auf dem HR-Directors-Meeting in EMEA vorstellen – die Franzosen haben auch so was vor – lass uns doch versuchen die Ideen der Franzosen da mit einfliessen zu lassen – am besten wäre eh eine EMEA-All-Version in Englisch, das dann in jedem Country gleich ist – kannst du dich bitte mit dem Franzosen mal zusammensetzen und eine Hybrid-Version eurer beiden Konzepte bauen … usw.
18 Monate sind vergangen – der neue Salesmanager hat etwa 10 Manntage in den Prozess investiert – das finale GO liegt jetzt in der Hand von EMEA-HR – die haben aber keinen Leidensdruck das Ding zu beschleunigen – es ist völlig unklar ob das Ding je executed wird.

Das war die KORREKTE Version.

Die Alternative wäre gewesen: ich bin neu – ich habe das Goal – der GF braucht genau wie ich auch die Zielerreichung und somit schnell den neuen Solution-Approach auf der Strasse –  wir setzen das Ding einfach auf – machen es – messen den Erfolg (sieht man eh in den Zahlen) – und falls EMEA-HR reklamiert, bitten wir sie um Nachsicht und Verzeihung und geloben Besserung

korrekt ODER erfolgreich – beg for forgiveness, don´t ask for permission

ach ja: das erfolgreiche Trainings-Konzept geht jetzt natürlich als Best-Practice in die anderen Länder – und zwar mit stolz geschwellter Brust und schnalzenden Hosenträgern direkt am EMEA-Curriculum vorbei – gut eingetütet könnte es jetzt sogar die Idee des HR-Leaders aus Deutschland gewesen sein

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Ein Kommentar »»

  1. Könnte aus dem Buch „Geschichten, die das Leben schrieb“ stammen – eine klassische „real life story“!

    18 Monate sind hierfür auf alle Fälle entschieden zu lang, werden doch turn arounds gerade heute in 1-2 Quartalen erwartet, nicht erst in 1,5 Jahren.

    Die extern am heutigen Markt geforderte Agilität und Flexibilität von Unternehmen erfordert auch intern ein gesundes Gleichgewicht von Verantwortung und Kompetenz sowie „dynamische bottom up – top down Prozesse“, die „permissions in time“ sicherstellen.

    Ist dies nicht gegeben, „just get it done – and beg for foregivenes“ – was zählt sind heute mehr denn je Ergebnisse und „getting sales back into the driver seat fast“ intern und vor dem Mitbewerb.

    Kommentar von Achim Deboeser - 10. August 2009 um 17:51