Fussballprofi’s sind komisch

Von Timo am 10. Januar 2017 um 16:06

IMG_6832-2.jpg… da spielen die Jungs in der Champions-  League, verdienen Millionen, und trainieren mehrmals pro Woche Ballstoppen und Ballannahme …
Was ist denn mit denen los?

Das haben die doch alle schon in der Schülermannschaft gelernt. Also können die es ja. Was vertun die ihre Profi-Trainingszeit mit so einem Babykram ?

Weil es im Spiel darauf ankommt, dass alle Basics auf Weltklasse-Niveau „automatisch“ funktionieren und erst auf diesem Fundament die Spiel-Taktik umsetzbar ist.
Und Spiel-Intelligenz ab da erst beginnt.

Und wenn sie aufhören das immer wieder zu trainieren, dann verkümmert die Fähigkeit und die Spiel-Performance bricht ein, weil das Fundament bröckelt.

Ach so … ?!

Und Manager  ?

Und Verkäufer ?

gestriger Erfolg …

Von Timo am 18. Februar 2015 um 17:05

Success always makes obsolete the very behavior that achieved it. [Peter Drucker]

Leicht gesagt – schwer umgesetzt.

Mimik zerknirschtDas heisst Loslassen, Aufgeben, Herschenken meines persönlichen Erfolgsrezeptes und wieder als Anfänger an den Start gehen. Obwohl ich in meiner bisherigen Vorgehensweise ein etablierter, anerkannter Profi mit Standing bin, soll ich wieder zum Anfänger werden und neue Fehler machen ?

Genau.

Alles was lang dauert, taugt nixxx.

Von Timo am 15. Januar 2015 um 11:52

Stoppuhr… ohne weiteren Kommentar.

Quelle: fränkischer Unternehmer (62) mit viel Lebens- und Unternehmer-Erfahrung

 

Der erste Schritt ist der schwerste ….

Von Timo am 14. Januar 2015 um 10:00

Bei einem Mondflug verbraucht die Rakete >90% des gesamten Treibstoffs beim Start. Es ist extrem anstrengend und energieaufwändig der Gravitation zu entfliehen. Für den ganzen Rest der Reise von 2 x 400.000km sind nur noch 10% Energie nötig.

Wenn ich Veränderungen bewirken will, sei es bei mir selbst, in meinem eigenen Verhalten oder auch im Verhalten meiner Mannschaft, ist es genauso. Der erste Schritt ist der schwerste und aufwändigste. Aber auf ihn kommt es an. Der erste Schritt ist DER SCHLÜSSEL zur Veränderung. Er muss die Gravitation, also die Gewohnheit, überwinden.

D.h. ich muss am Anfang der Reise die volle Konzentration und die volle Kraft gleich in den allerersten Schritt legen, damit die Folgeschritte überhaupt stattfinden können und werden.
Der größte Fehler, den ich machen kann, ist es erst mal locker anlaufen zu lassen in der Hoffnung, dass der Prozess dann schon irgendwann Speed aufnimmt.

Change it – Love it – Leave it …

Von Timo am 25. Januar 2014 um 09:31

Die Positiv-Denker dieser Welt sagen uns: LOVE IT ist der beste Weg.
Love it im Sinne von: die Dinge, denen man begegnet, mit positiver Einstellung und positivem Karma zu sehen. Assume positive intend, hat mal ein Coach zur Cisco-Zeit zu mir gesagt, weil ich mich oft über Manöver oder noch mehr über Unterlassungen von Kollegen aufgeregt habe.
Love it ist ein gutes Rezept, wenn man diese Einstellung findet und durchhält.
Da haben die Jungs schon recht.
In den Fällen, wo man sich Love it zwar vornimmt, sich aber dann doch jeden Tag aufregt und mit Frust durch die Gegend steigt, ist Love it das schlechteste Rezept und führt im worst case zum BurnOut, also in ein Energie-Loch, in eine Sackgasse.
Die Rechnung dafür bezahlt nur einer:  ICH.

Leave it.
Naja, moderne Matrix-Organisationen ähneln sich in ihren Verhaltensmustern sehr. Sehr sehr sehr !
Ja, es gibt schlimme und schlimmere, das stimmt.
Häufig laufe ich aber nach der Euphorie-Phase in die gleichen Muster wie in meinem alten Unternehmen.
Leave it ist also nur manchmal der beste Weg.

Change it.
Wie will ich in einer Matrix mit schwimmenden Zuständigkeiten und gegensätzlichen Interessen der Silo-Owner etwas bewegen?

Mit Wucht und Einsatz meines ganzen Körpergewichts.
Integrierend.
Die anderen abholend.
Aber unnachgiebig in der Sache, hartnäckig und mit dem absichtlichen Risiko, dass ICH ES NICHT JEDEM RECHT MACHE  und auf political correctness zugunsten der richtigen Sache, also dem unternehmerischen Nutzen für die Company, verzichte.

Das ist gut für mich.
Das ist gut für meine psycho-soziale Gesundheit.
Das ist gut für meine Company.

Raus aus dem Hasenstall.

Ich kann es …

Von Timo am 22. Dezember 2010 um 17:19

gut balanciert 
entspannt
souverän
… na weil ich halt gut organisiert und diszipliniert bin.

Ich Held.
Ich kann es halt.
Und das stimmte sogar 7 Jahre lang.

Und hätte ich dann alles so weiter gemacht, wie ich es in meinen klugen blog-Artikeln geschrieben habe, dann wäre es auch immer noch so.

Hab ich aber nicht.
Sondern ich habe Erwartungshaltungen, die ich selbst gesetzt oder zumindest nicht verhindert habe, professionell, gründlich und überzeugend befriedigt. Ich habe delivered. Schön konsequent in meiner 4 Tage-Woche, immerhin, aber mit einer Load innerhalb der 4 Tage, die ich noch nie zuvor in meinem Berufsleben gewuppt habe.

Ist das gut.
NEIN.
Balance verloren.
Eingegraben.

Wenn ich mich mal wieder denken höre „Ich kann es …“, dann übe ich Demut und besinne mich.
Alles was ich nicht jeden Tag übe, praktiziere und fokussiere geht mir verloren.
Steht ja auch in diesem blog. Mehrfach.

Schöne Weihnachten.

the lightness of being a beginner again …

Von Timo am 15. Juli 2010 um 11:02

„Es gibt ja keine arbeitslosen Manager, sondern nur zu viele Berater mit zu wenigen Aufträgen.“
die Quelle behandle ich vertraulich 😉

Die meisten von uns spielen mit dem Gedanken die Chance eines fremdgesteuerten Exits zu nutzen für den Übergang aus einer Festanstellung in die Selbständigkeit, ggf. sogar mit einer Abfindung als Startkapital.
Beim Reindenken in diesen Neuanfang entsteht aber dann ein dominant unwohles, unsicherers Gefühl.

Der Jobs sagte dazu rückwirkend über seinen Exit bei Apple:  „The heaviness of being successful was replaced by the lightness of being a beginner again, less sure about everything. It freed me to enter one of the most creative periods of my life.“ usw usw NeXT-PIXAR-ToyStory-Apple(heute)

Da hat er Recht.
Weil die Unsicherheit in dieser Ausprobier- und Aufbau-Phase zwangsläufig mündet in Zuhören – Nachjustieren der Idee – Ausprobieren – Zuhören – Nachjustieren – Ausprobieren – Volltreffer. Und in diesem Prozess überschreite ich Hürden und Hindernisse und ent-WICKLE (man könnte auch aus-wickeln sagen) neue kreative Ideen und ich ent-WICKLE mich selbst.

also:  wenn ich mich wirklich traue es zu probieren , dann ist die Unsicherheit und Unruhe und Sorge ein grosses Geschenk und holt mehr aus mir heraus, als ich je zuvor aus mir herausgeholt habe – weil es nicht nice-to-have ist, etwas zu entwickeln, sondern MUST HAVE – und dann mach ich es auch

Menschenkenntnis

Von Timo am 17. Mai 2010 um 11:12

Hat „jeder“.
Menschenkenntnis ist aber schwer rational fassbar und erklärbar.
Es braucht MUT um dieser Fähigkeit zu folgen.
Meistens begründen wir es anderen gegenüber mit rationalen Argumenten, weil es komisch wirkt wenn ich sage: ich fühle, dass der Bewerber nicht zu uns oder nicht zu mir passt.

Da mir selbst dieser Mut fehlt, versuche ich seit >10 Jahren Menschenkenntnis rational und „wissenschaftlich“ zu lernen.
Ein Weg das zu tun ist die Psycho-Physiognomik, die Lehre von der Deutung der äusseren Erscheinung eines Menschen bezüglich seiner persönlichen Bedürfnisse, Eigenarten und Fähigkeiten.

Deswegen war ich am Vatertags-Wochenende mal wieder unterwegs beim 6. Internationalen Psycho-Physiognomik Kongress in Gunzenhausen. Das was ich dort und in allen Seminaren vorher gelernt habe hilft mir mein Gefühl der Einschätzung eines Menschen, die Menschenkenntnis, rational fassbarer und erklärbarer zu machen.
Ich kann zunehmend besser begründen warum ich der Meinung bin, dass ein Mensch in einer bestimmten Organisation, in einem bestimmten Organismus gut zurecht kommen wird oder nicht.

Die Wahrheit: das konnte ich schon immer – aber jetzt kann ich es in unserer vernünftigen, wissenschaftlichen, rationalen Welt einem Dritten besser erklären und bin deswegen in mir drin sicherer und standfester.

Die Einschätzung – also die Menschenkenntnis – hatte ich schon immer.
Aber jetzt habe ich mehr MUT die Einschätzung auch beim Namen zu nennen.

Der bessere und leichtere Weg: gleich und ohne Lehre und ohne Ratio dem inneren Gefühl glauben und folgen.

Begin with the end in mind …

Von Timo am 26. April 2010 um 06:26

Ich gehe an eine neue Sache heran, indem ich es vom ENDE her durchdenke.

Klug.

Also eben nicht sequentiell – aufeinander aufbauend – ein Denkschritt nach dem anderen.
Nein.
Ich fang´ von hinten an.
Wie hätte ich es gerne im eingeschwungenen Zustand.
Wie sieht der Idealzustand aus. Fassbar. Bildhaft.
Wieviel Zeit – Aufwand – Ressourcen bin ich bereit zu investieren im eingeschwungenen Zustand.
Was will ich bis dahin alles dazugelernt haben. Was will ich dann bereits alles können.

Und mit diesem Bild gehe ich dann im Reverse-Engineering in Meilenstein-Etappen zurück bis zum heutigen IST-Zustand.

Das ist u.a. ein echt gute Übung  B E V O R  ich einen neuen Job suche und annehme.

Begin with the end in mind.

by-the way: Sowohl Stephen Covey (7 Habits ) wie auch Timothy Ferriss (4hour-workweek) beschreiben einige Beispiele dazu. Diese beiden Werke sind ohnehin must-read.

Setz´ Dich durch

Von Timo am 19. April 2010 um 08:34

Don´t ask for permission – beg for forgiveness.
Darüber hab ich letztes Jahr mal geschrieben. Link
Wie fast alle diese blog-Beiträge – ein Erlebnisbericht.

Wie ging die Story weiter …

Korrekturen wurden nicht eingeleitet – Verhaltensänderung der Mannschaft nicht erreicht – nur herumgedoktert statt an der Wurzel korrigiert – Ergebnisse sind runtergefallen – mehrmals hintereinander – Verhärtung und Emergency-Manöver gefahren – und schliesslich EXIT auf´s Abstellgleis – …

Selbst schuld?

Ja.

Political correctness war durchaus hilfreich als Karrierestrategie in der Zeit, in der die IT noch von alleine zweistellig wuchs (also damals, als ich Karriere machte ;-)). Jetzt, wo es in die Konsolidierung und Verdrängung geht, schlagen Sales- und Führungsfehler voll auf´s Ergebnis durch.

Setz´ Dich durch.

Nicht mit Gewalt – nicht frontal – nicht zu eckig.

Aber  konsequent – mit Nachdruck – mit Penetranz.
Werde nicht müde den unternehmerischen Nutzen der geplanten Änderung immer wieder gründlich und ganz zu erklären. Und dann lass Dich nicht abbringen von deinem Vorhaben.

Lass es nicht zu, dass Dich irgendwelche Schiffschaukelbremser von notwendigen Änderungen abhalten.

Sonst zahlst Du die Zeche.


beim Netzangriff im Halbfeld stehen bleiben …

Von Timo am 22. März 2010 um 08:35

Ich muss angreifen.
Ich will und ich muss raus aus meiner Lage.
Meine Wettbewerber unterbieten sich in den Tagessätzen für Consultants und Spezialisten – Time&Material-Verträge lassen mich ausbluten – ich bin kostenseitig aufgestellt für Lösungsgeschäft und grosse Turn-Key-Projekte – und da will ich hin – das ist meine Zukunft.
Diese grossen Projekte bekomme ich aber noch nicht.
Zumindest noch nicht oft und noch nicht von alleine.

Investiert habe ich schon.
Ich habe den Aufschlag gemacht und bin mit 3-4 schnellen Schritten Richtung Netz gelaufen zum Volley-Angriff – nun merke ich auf halber Strecke, dass die Beine schwer werden.

Wenn ich nun im Halbfeld stehen bleibe verliere ich den Punkt und im Worst-Case das Spiel.

Zurück zur Grundlinie kann ich nicht – meine Wettbewerber unterbieten sich in der Tagessatz-Schlacht.

Die einzige Option ist: Arschbacken zusammenkneifen – durchziehen – ran ans Netz und angreifen.
Es ist schwieriger als gedacht – so what – dann bleibt mir nur nachzulegen und mit doppelter Konzentration und doppeltem Mut Vollgas zu geben.

siehe auch http://blog.timoringlein.com/2009/07/in-der-allergrossten-not-fuhrt-der-mittelweg-zum-tod/

Zuhören …

Von Timo am 09. März 2010 um 12:08

Kommunikation ist der wichtigste Skill im Leben.

Das muss ich selbst können.
Bei allem anderen kann ich mir helfen lassen und es Outsourcen und Outtasken und …

Deshalb lernen wir alle sprechen, lesen und schreiben.
Das Wichtigste in der Kommunikation lernen wir aber nicht: ZUHÖREN.

Natürlich höre ich, was der andere sagt.
Die Schallwellen erreichen mein Ohr.

Wie reagiere ich auf die Schallwellen?

Der Idle-Modus:
ach ja – interessant – gut zu hören – freut mich – echt …
Ich halte das Gespräch aus Höflichkeit am Laufen.
Smalltalk & Co.
Und natürlich nutze ich die Gelegenheit um mal deutlich zu machen, was ich selbst für ein Hecht bin. Klar.

Der Einwandbehandlungs-Modus:
was sagt er da – welche Einwände hat er – wie behandle und widerlege ich diese – wie bringe ich ihn auf meine Spur – was muss ich senden, damit er mir folgt …
Das Verkaufsgespräch alter Schule.

Der Empathie-Modus:
Ich interessiere mich für DICH.
Ich nehme DICH ernst.
Ich nehme Deine Meinung und Deine Sichtweise ernst.
Ich habe nicht die Absicht Deine Sicht zu widerlegen sondern ich will von Dir und Deiner Sichtweise lernen – ich wertschätze die Differenz – wenn einer mit Deiner Erfahrung, Deiner Intelligenz und Deiner Integrität eine andere Sichtweise hat, dann interessiert mich diese und ich kann und will davon lernen.

Je besser und genauer ich den Anderen verstehe, desto mehr werde ich ihn als Mensch und Person wertschätzen, desto ehrfürchtiger und wertvoller werde ich über ihn denken und desto angemessener werde ich mit ihm umgehen.

UND ER MIT MIR  !!!!!!!

Warum schreibe ich das – na weil ich selbst daran arbeite.
Der beste Zuhörer = beste Berater = beste Verkäufer war ich in den ersten Monaten meiner Selbständigkeit. Ich hatte kein Produkt, ich hatte kein präsentierbares Konzept, ich hatte keine Referenzen, ich hatte keine Erfahrung. Die Folge: ich MUSSTE zuhören, weil ich ja nichts zum Senden und erzählen hatte.
Heute habe ich viel Erfahrung, viele Konzepte, viele Referenzen und was mache ich … ich rede darüber und sende anstatt wieder richtig und ganz zuzuhören.

Die Bedürfnisse, Sichtweisen, Antriebe, Werte und Prinzipien eines Menschen zu erfahren, seinen inneren Kern zu berühren, fühlt sich an wie das Gehen auf heiligem Boden.
Es entsteht ein irrer Energiefluss und verbindet beide Menschen auf Dauer.

Gefängnis der Gewohnheit

Von Timo am 01. März 2010 um 06:40

Ich will VERÄNDERUNG.
Bei MEINER MANNSCHAFT.
Bei MIR SELBST.
Aber im Tagesgeschäft falle ich immer in meine bisherigen Gewohnheiten zurück.

Warum ist das so?

Verhaltensforscher sagen dazu sinngemäß:
Etwas zu Tun auf der Grundlage eingeschwungener Gewohnheiten kommt immer schneller zustande als ein bewusstes, überlegtes Handeln. Reflexhaftes Reagieren braucht keine Zeit und keine Aufmerksamkeit. Man kann es nebenbei machen. Und aus der Evolutionslehre heraus generiert eine Veränderung dieser reflexhaften Verhaltensweisen innere Spannungen, weil ja die bisherige Verhaltensweise immer das eigene Überleben gesichert hat.

Wie löse ich das?

durch TÄGLICHE PRÄGUNG auf die VERHALTENSÄNDERUNG, die ich anstrebe

Wie mache ich das?

Zum Beispiel so: jeden Tag zur gleichen Zeit mit dem haargenau gleichen Ritual verinnerliche ich meine Ziele und meine gewollten Verhaltensänderungen. Ich “beame” mich für 60 Sekunden raus aus meinem turbulenten Tagesablauf, bremse auf 0 km/h ab, hebe den Kopf, schau mich um, nehme die Umgebung wahr, und LESE dann vollständig, WORT FÜR WORT und in Ruhe meine FORMELN von einem Blatt Papier oder aus meinem Organizer ab.
Das “Beamen” auf 0km/h muss verknüpft sein mit einem festen Ritual, z.B. ich nimm die Armbanduhr vom linken Handgelenk, nimm sie in die rechte Hand und schaue dem Sekundenzeiger 10 Sekunden zu – jetzt bin ich auf 0 km/h – und jetzt lese ich meine Formeln ab.
Das kann ich überall machen und brauche nichts und niemanden dazu.
Einzig notwendige Vorarbeit: die FORMELN schriftlich in max. 3-4 Sätzen oder in max. 10 Stichwörtern aufschreiben und immer am “Mann” haben.

Wissen ist für die Katz´

Von Timo am 22. Februar 2010 um 07:56

Wissen ist Macht.
Wissensvorsprung = Wettbewerbsvorsprung.
Wer mehr weiss, ist mehr wert.
Wissen ist wertvoll – man muss es schützen.
ALLES SCHNEE VON GESTERN.
Wissen ist für die Katz´- es ist wertlos.

Bei der Umsetzung von Strategien im ITK-Segment geht es heute immer um CHANGE – es wird  immer eine spürbare Veränderung angestrebt. Eine andere GoToMarket-Strategie -der Kunde soll anders adressiert werden (KeyAccountManagement – RelationshipSales – Cross-&Up-Selling) – die Mitarbeiter und die Operation soll anders geführt werden (vom Manager zum Leader) – der Kunde soll uns als Lösungsanbieter und nicht als Technologie-Lieferant sehen usw usw

Und damit das erreicht wird, braucht man KnowHow – WissenWie.

Das ist STIMMT NICHT.

Denn das KnowHow ist bereits in mehrfacher Ausführung immer und überall vorhanden.
„Jeder“ AM ist in TAS-Holden-WCS-MillerHeimann-o.ä. trainiert – „jeder“ Manager hat an Seminaren über VomManagerZumLeader und über WieOrganisiereIchMichOptimal teilgenommen – es haben bereits Trilliarden an Solution-Trainings der BU stattgefunden – usw

Dieses Wissen ist als Schrankware vorhanden.
Alle haben es gelernt.
Fast alle haben es auch verstanden.
ABER KEINER SETZT ES UM.

Wissen ist also wertlos.
Wissen – KnowHow – zu wissen, wie etwas geht, führt NICHT zur Umsetzung.
Es führt NICHT zur notwendigen VERHALTENSÄNDERUNG.

Also ist Training für eine teuere, erfahrene Force Verschwendung von Zeit und Geld.
Ich pumpe nur das, was ohnehin bereits alle wissen, nochmal rein in der Hoffnung, dass es dann zur Umsetzung kommt. Und wenn´s nicht abhebt, dann machen wir noch eine Nachschulung.

BottomLine: KnowHow und somit Training/Schulung führt NICHT zur Verhaltensänderung und führt NICHT zur Umsetzung der Change-Strategie

Umdenken !

Nicht das KnowHow ist wichtig, sondern das VoranTreiben der Umsetzung, das Belohnen der Verhaltensänderung, das AusDemWasserScheuchen und Tadeln der Ewig-Gestrigen.
Mit einem Wort: FÜHRUNG

Und der Startpunkt dafür ist OBEN, nicht unten !

Loslassen …

Von Timo am 15. Februar 2010 um 06:44

Bogen spannen (Energie) & Pfeil loslassen (Intelligenz)

nur wenn man den Pfeil loslässt kann er sein Ziel erreichen

wenn nicht, wird man müde den Bogen zu spannen und man hat irgendwann „den Bogen überspannt“

Loslassen ist Leben – Festhalten ist Tod.

Wie soll sich der IST-Zustand in den SOLL-Zustand verwandeln, wenn man den IST-Zustand festhält.

Loslassen!

Quelle: LOLA-Prinzip von Rene Egli (sinngemäß)

Werte finden …

Von Timo am 08. Februar 2010 um 13:21

Wer bin ich, wofür stehe ich und was ist MIR SELBST wirklich wichtig.

Wie kann es sein, dass ich das im Alter von 47 Jahren nicht weiss?
Wie kann es sein, dass ich keine stabile Grundlage für meine lebensweichenstellenden Entscheidungen habe?

N O R M A L .

Kaum einer weiss das.
Diejenigen, die es wissen, hatten oft eine längere Auszeit, z.B. nach BurnOut, oder ein tragisches Ereignis im Leben, das Sie genötigt hat sich mit ihren Werten auseinanderzusetzen um den Boden unter den Füssen wieder zu finden.

Wie finde ich meine Werte?

Ist ein langer Weg bis ich sie sicher und verlässlich identifiziert habe UND ihnen so fest vertraue, dass ich alle meine Entscheidungen nach diesem Navigationssystem ausrichte.
Warum? Der Weg bis hierhin war erfolgreich – ist eine grosse Überwindung von diesem Pfad abzuweichen.

Hier folgend eine ShortCut-Methode um mal was zum „Ausprobieren“ zu finden.

Step 1.
Schreibe Dir die 5 WICHTIGSTEN Menschen Deines Lebens auf ein Blatt.
[diese Liste geht NUR DICH etwas an – zeige Sie am besten keinem]

Step 2.
Schreibe dann zu jeder Person dazu, welche EIGENSCHAFTEN Du an ihr besonders schätzt.

Step 3.
Priorisiere – welches sind die Top 5 für Dich – im Sinne von
„Mein Leben wäre für mich total sinnlos ohne …“

Das ist ein Anfang.

CV durchschlagsstark machen …

Von Timo am 01. Februar 2010 um 08:16

Was IST heute drin:
Was habe ich wie lange in welcher Reihenfolge geMACHt und geTAN ? Was KANN ich?
Was SOLL rein:
Was habe ich beWIRKt und was habe ich beWEGt? WIE habe ich es erreicht? Wofür STEHE ich?

9 von 10 formell richtigen und formell vollständigen CV´s sind völlig ohne Ausdruck. Sie lesen sich wie ein Datenblatt eines 08/15-Notebooks.
Die Zahlen-Daten-Fakten gehören da rein – klar. Der „Einkäufer“ in HR selektiert meist über diese Hygienefaktoren vor.
Dort steht: Was habe ich wie lange in welcher Reihenfolge geMACHt und geTAN ? Was KANN ich?
Fein.

Aussagefähig und durchschlagsstark wird der CV erst, wenn ich klar und bildhaft zum Ausdruck bringe:

Was habe ich beWIRKt und was habe ich beWEGt? WIE habe ich es erreicht? Wofür STEHE ich?

Klingt einfach.

Ist aber ein richtig dickes Brett.
Was ich in den Jobs gemacht habe ist gleich hingeschrieben.
Was ich wirklich beWEGt und beWIRKt habe ist eher schwer zu sagen.
Und es ist typischerweise eher wenig.
Also: Was genau habe ich wirklich beWEGt?
WIE habe ich es gemacht?
Wie GENAU?
Was davon war BEDEUTsam.
Warum?
UND das FUNDAMENT: Wofür stehe ich. Wer bin ich als Mensch.
siehe dazu auch

Wenn ich versuche diese Fragen crisp und bildhaft zu beantworten, muss ich intensiv reflektieren über das was war.

Das führt zur Klarheit über das was nun kommen muss und warum.

Und zu einem ausdrucksstarken und damit durchschlagsstarken CV.

SE – Propellerhead oder Saleswaffe

Von Timo am 25. Januar 2010 um 08:42

Wachstum durch Verdrängung des Wettbewerbs im KeyAccount, durch BIG DEALS, durch erfolgreiches Cross-&UpSelling, durch tragendere, belastbare Beziehungen zum Entscheider… genau – wieder mal geht´s um den TRUSTED ADVISOR.

Der AM steht im Fokus. Er ist der Kopf des AccountTeams.
Aber ist er wirklich die beste Waffe ???
Der AM muss sein Verkaufsverhalten ändern, damit er zum Trusted Advisor wird. Der SE, SC, PreSaler, Consultant oder wie auch immer er momentan genannt wird, der ist sehr oft bereits ein TrustedAdvisor.
Der Techi im AccountTeam wird zu wenig beachtet und zu wenig geachtet !!!
Er wird deswegen strategisch zu wenig gezielt genutzt – ausser von cleveren AM´s im Alleingang und auf dem kleinen Dienstweg.
Der Entscheider beim Kunden „trusted“ seinem „Advisor“ weil er ihm vertraut und ihm viel zutraut.
Aus seiner Lebenserfahrung heraus vertraut er einem AM erstmal nur soweit, wie er ein Klavier werfen kann. Er wurde in den Dekaden seiner Berufserfahrung typischerweise schon oft von Verkäufern enttäuscht und über den Tisch gezogen. Der AM, der gerade vor dem Kunden steht, muss dieses Erfahrungskonto erstmal überwinden und zeigen, dass er zu den Guten gehört.
Das braucht Zeit.
Der Erfahrungsspeicher des Kunden mit Techi´s und Propellerheads ist meist genau gegenteilig. Warum?
Alle Kunden haben mit den Techi´s schon folgende Situationen erlebt:
Kunde sitzt unterschriftsbereit mit gezücktem Füller am Tisch
– der Vertrag liegt vor ihm
– alles ist klar
– der Kunden zieht die Kappe vom Füller …
– der Techi zuckt kurz, der AM will ihn noch bremsen, aber …
„Naja, wenn Sie noch auf die Version 9.0 warten würden, dann hätten Sie zusätzlich die Features abc“
Der Rest der Story liegt auf der Hand, wie auch die vielen grauen oder gar ausgefallenen Haare des AM´s.
Der Kunde weiss jedoch diese „Wahrheitsliebe“ zu schätzen, baut sie in Zutrauen&Vertrauen gegenüber Techi´s um, und räumt von vorneherein jedem Techi einen Vorschuss ein. Die guten SE´s bauen clever und schnell auf diesem Vorschuss auf und werden zum TrustedAdvisor.
To make a long story short:
Die rasierklingenscharfe Saleswaffe im Fight um das Verdrängen des Wettbewerbs aus dem KeyAccount, das Gewinnen von BigDeals und das schlagkräftige Cross&UpSelling wird viel zu oft übersehen.
Er wird zu wenig beachtet und zu wenig geachtet.
Der SE !!!

Wie bringe ich meine Operation zum Laufen …

Von Timo am 17. Januar 2010 um 11:23

LupeWenn Du das Land in Ordnung bringen willst, musst Du die Provinzen in Ordnung bringen.

Wenn Du die Provinzen in Ordnung bringen willst, musst Du die Städte in Ordnung bringen.

Wenn Du die Städte in Ordnung bringen willst, musst Du die Familien in Ordnung bringen.

Wenn Du die Familien in Ordnung bringen willst, musst Du die eigene Familie in Ordnung bringen.

Wenn Du die eigene Familie in Ordnung bringen willst, musst Du Dich selbst in Ordnung bringen.

[Chinesisches Sprichwort]

Wie werde ich zum Trusted Advisor …

Von Timo am 07. Dezember 2009 um 17:42

… in dem ich aufhöre zu verkaufen. Ertrinkender wird gerettet

Aber ich bin Verkäufer und will Umsatz machen.

Eben.

Eine Diskussion aus einem Solution-Sales-Workshop:
Wie verkaufe ich (m)eine Solution am besten?
In dem die Solution, die Lösung, zum Problem des Kunden passt.
Na das weiss ich auch. Aber wie mache ich das?
In dem ich frage und zuhöre und NICHTS SENDE.
Du hast ein Portfolio – Produkte und/oder Services – das willst Du oder Dein PreSales-Kollege zum Kunden transportieren – Ihr wollt etwas senden – weil Ihr beide ja stolz auf Euer Produkt und Eure Company seid – und Ihr habt ja auch 200 PowerPoint-Slides die zur Anwendung kommen müssen – right?
Right.
Aber bevor Euch beiden nicht glasklar ist, was eigentlich die tatsächlichen Probleme, Challenges und Treiber dieses Menschen in dieser Position oder diesem Projekt sind, ist es Zeitverschwendung für Euch und vor allem für den Entscheider beim Kunden, wenn Ihr ihm etwas sendet.
Du sagst mir also ich soll erst etwas senden, dem Kunden erst dann zeigen was wir haben und wer wir sind, wenn ich genau und im Detail ALLE  seine persönlichen Leidensdrücke verstanden habe.
Right.
Nur mal angenommen ich schaffe das, also ihm erstens diese ganzen Informationen aus dem Kreuz zu leiern (warum sollte er mir das überhaupt sagen) und zweitens, dass ich und mein PreSalesKollege bis dahin NICHTS über uns und unser Portfolio sende – Was tue ich denn, wenn nichts aus meinem Portfolio eines seiner Probleme löst?
Spätestens dann packst Du Deinen Notebook endgültig komplett weg und coached den Kunden durch sinngemäß folgende Fragekette: Verstehe. Und wie werden Sie dieses Problem nun anpacken? Wie genau? Was genau werden Sie tun? Welche Hürden und Hindernisse können auf diesem Weg auftauchen? Wie werden Sie diese meistern? usw. usw.
Und dann.
Dann gehst Du zufrieden nach Hause.
Aber der Kunde kauft nichts.
Er hätte ohnehin nichts gekauft. Weil Du ja keine Lösung für keines seiner Probleme hast. Aber Du warst ihm ein wertvoller Coach. Durch das Gespräch mit Dir hat er möglichweise zum ersten Mal in dieser Tiefe seine Situation verstanden, all seine Challenges klar gesehen und hat mit Dir einige Lösungswege durchgespielt und virtuell erprobt. Du hast ihm nicht die Zeit gestohlen und mit Deinem Portfolio gelangweilt, sondern warst ihm ein wertvoller und vertrauenswürdiger Gesprächspartner, ein angehender Trusted Advisor, und KEIN lästiger Verkäufer, der ihm etwas aufschwatzen wollte.
Und wie mache ich meinen Umsatz mit ihm?
In dem Du diesen Weg konsequent und mit Mut durchziehst, dadurch Vertrauen und Zutrauen aufbaust, er Dich zunehmend als Trusted Advisor zu Rate zieht und DICH SELBSTVERSTÄNDLICH und ohne die typischen Lieferanten-Spielchen beauftragt, wenn ein Element Deines Portfolios eines seiner Probleme löst. Und zwar ohne über den letzten Euro zu verhandeln.
Hmmmhh. Klingt zu einfach.
Eben.
Weiss nicht ob ich mich das traue …

Tagfertigkeit – ohne Altlasten in den Tag starten

Von Timo am 23. November 2009 um 10:36

Backlog´s essen Seele auf. Mimik zerknirscht

Ich sitze abends im A6 oder im 5er, bin völlig platt und ausgepowert und habe das Gefühl heute nichts geschafft zu haben. Ich gehe mit zig ToDo´s und offenen Tasks nach Hause. Ich schleppe immerzu einen Backlog mit mir herum und täglich poppen neue, unerwartete Tasks auf meinen Tisch – irgendein wichtiger will irgendetwas wichtiges ganz dringend von mir.

Nun, wie halte ich mir Zeitdiebe vom Leib und wie organisiere ich mich wirksam – siehe Advanced-Eisenhower.
Ist natürlich ein Dauerbrenner.

Das was ich jetzt hier folgend darüber hinaus sage, ist ein intellektueller NoBrainer.
Aber die Umsetzung dieses NoBrainers bringt die Zufriedenheit und das gute Gefühl auf der Heimfahrt zurück in meinen Bauch und mein Herz.

Ich werde TAGFERTIG.

Ich erledige ALLES, was ich mir für den Tag vorgenommen habe, zu meiner eigenen vollsten Zufriedenheit.
Ich werde TAGFERTIG und lasse keine Backlog´s oder Leftover´s übrig.
Ich plane am Ende dieses erfolgreichen und zufriedenstellenden Arbeitstages entspannt in 10 Minuten meinen morgigen Tag und inhaliere die positive Energie des fertig-seins.

Wie bekomme ich das hin?

Auf der Basis von Advanced-Eisenhower verplane ich nur noch 50% meiner verfügbaren Zeit. D.h. Termine (die dauern halt so lange, wie ich ihnen vorher einräume, und niemals länger) und Tasks (die dauern halt so lange, wie ich es vorher mit Konzentration und gründlichem Nachdenken einschätze, und niemals länger) füllen nur noch 50% meiner verfügbaren Tagesarbeitszeit aus in meinem Tagesplan.

Alles was nicht in die 50% der verfügbaren Zeit reinpasst, plane ich nicht und mache ich auch nicht.

Die „offenen“ 50% meiner Arbeitszeit können dann entspannt gefressen werden von Blitzen, die aus dem Tagesgeschäft heraus bei mir einschlagen.

Die ganze Methodik ist ein NoBrainer.
Sie führt unweigerlich zu täglicher Zufriedenheit und zu wieder gewonnenem Lebensglück (sorry to be so dramatic, but it´s quite true).
Die Realität: kaum einer hat es im Griff, obwohl es intellektuell ein NoBrainer ist.
Es liegt nur an mir selbst.

Ist das ein dünnes Brett. Nein, ein DICKES.
Hat man es je ohne Fokus und Konzentration im Griff – wird es zum Selbstläufer. Nein, es braucht jeden Tag und jede Woche aufs Neue meine Konzentration und meine Selbstdisziplin. Es braucht Konsequenz.

By the way: das Gleiche gilt genauso für zu Hause – z.B. für die Erledigung aller Überweisungen, klären aller Versicherungs- und Ämter-HeckMecks wie Lohnsteuerausgleich & Co. – dafür reicht WOCHENFERTIG – d.h. in einem FESTEN RITUAL zur immer gleichen Stunde am Wochende erledige ich alle Überweisungen, lege alle Belege sauber in Ordnern ab und widme mich den anstehenden qualvollen Tasks wie Belege-Vorbereitung für den Steuerberater in genau der Woche, in der die Task anfällt, und niemals später

Homöopathie für Manager

Von Timo am 08. November 2009 um 13:21

Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Glas mit Pipette
Und deshalb kann ein Wässerchen, welches nachweislich maximal 1-2 Moleküle einer fragwürdigen Wirksubstanz enthält, definitiv nichts bewirken. Das Wasser soll eine „Erinnerung“ speichern und darüber soll dann die Heilwirkung stimuliert werden. Ja, iss klar.
Das Einzige was wirklich helfen kann, sind deutliche, physisch-chemisch nachweisbare, in hoher Dosis verabreichte Wirksubstanzen wie zum Beispiel Paracetamol, Ascorbinsäure, Pipeline- und Action-Plan-Reviews sowie gut durchdachte Commission-Systeme.

Blöderweise haben eine Vielzahl objektiver, wissenschaftlich anerkannter Studien über Homöopathie in gleich mehreren Ländern des Planeten genau das Gegenteil bewiesen. Homöopathie funktioniert in grossen Teilen besser als die Schulmedizin. Zum Leidwesen der Homöopathen haben etliche dieser Studien den Probanden aber nur Wasser oder Zuckerkugeln verabreicht.
Ergebnis: genau das gleich gute wie bei echten Globulis und echten homöopathischen Wässerchen.

hhhmmmhhhh.

Dann haben die Experten die Prozesse und Prozeduren um die Verabreichung der Medikation herum untersucht.
Und Sie sind fündig geworden.

Bei der „Verschreibung“ von homöopathischen Arzneimitteln geht ein Gespräch voraus, welches sich mit irgendwelchem Weichkram beschäftigt wie
– Wie geht es Dir?
– Wie fühlst Du Dich?
– Warum ist das so?
– Woher kommt das?
– Was fehlt Dir – was brauchst Du, damit es Dir gut geht?
– Womit beschäftigst Du Dich gerade?
– Was hält Dich nachts wach?
– Wonach ist Dir – was würdest Du gerne tun – warum genau das?
– und ähnlicher Kram … alles unter dem Tenor: ICH INTERESSIERE MICH FÜR DICH ALS MENSCH.

Bei der „Verschreibung“ von Schulmedizin sowie bei der Durchsprache der Pipeline und des Action-Plans fehlen diese Weichkram-Fragen. Man konzentriert sich wissenschaftlich abgesichert mit Vollgas auf die Symptome wie Kopfschmerz, Gelenkschmerz, zu niedrige Conversion- und Closing-Rate bei Deals, zu niedrige Pipeline-Volumina usw., fokussiert sich darauf und schiebt an.

Sollte dieser Weichkram etwa Energien freisetzen, die zur Selbstheilung des Patienten führen ???

Sollte dieser Weichkram etwa Energien freisetzen, die zur Verbesserung der Conversion-Rate und des Pipeline-Volumens beitragen ???

Bilanz im Solution-Sales: VERNICHTEND

Von Timo am 26. Oktober 2009 um 09:32

Hammer und SchraubeAccount-Review – reinschauen in die grossen Deals des FY – reinschauen in den Beziehungsaufbau zu den Key-Entscheidern – wie weit sind wir im Thema SELLING SOLUTIONS – ich war in den letzten 6 Monaten beim Review von mehr als 50 Account-Teams bei unterschiedlichsten ITK-Companys als Beobachter / Beisitzer dabei  – die Bilanz: VERNICHTEND – ach ja: Gewichtsklasse – AM´s mit OTE > 150k

„Kein“ Verkäufer hört mehr zu.

Es gibt gravierende Systemfehler bei der „Erziehung“ zum Solution-Sales.

Die Hausfrauen-Gleichung zum Thema: Was ist eine Solution – was ist eine Lösung?
Eine LÖSUNG/SOLUTION ist etwas, das ein vorhandenes PROBLEM löst.

Aus dieser Weisheit erkennt man, dass vor dem Platzieren einer SOLUTION das Verstehen eines PROBLEMS (oder Herausforderung oder Chance oder whatever…) steht.
Diese Erkenntnis ging wohl auf dem Weg zum ITK-Solution-Sales irgendwo verloren.

Die Bilanz:

  • eine SOLUTION ist ein Bundle von Produkten
  • was eine Solution ist, bestimmt das ProduktMarketing bzw. ProduktManagement
  • die Salesteams werden auf diese Solutions geschult (Webinar´s und E-Learning bis der Arzt kommt)
  • mit diesem geballten Wissen texten 9 von 10 AccountManager der Gewichtsklasse >150k die Kunden zu – senden und broadcasten und powerpointen ihr Wissen mit stolz geschwellter Brust
  • die Redeanteile im Kundengespräch sind 80-20; allerdings 80% beim AM und 20% beim Kunden
  • „keiner“ hinterfragt die Anforderungen sauber
  • keiner versteht die Situation des Kunden und des Entscheiders BEVOR er seine Pfeile abschiesst

VERNICHTEND.

War das schon immer so. Können die Leute das nicht.

NEIN.

Die können das „alle“. Aber sie sind vom Prozess versaut.
Zu hohe Taktung – kaum ein ruhiger besonnener Gedanke vor dem Kundengespräch – viel hilft viel – alles was man gerlent hat und im Portfolio hat, wird in die Präsentation gepackt – sie haben sich ja schliesslich dicke Muskeln antrainiert – die AM´s und SE´s brennen darauf ihr Wissen endlich zu transportieren – Kunde (er trägt natürlich eine Teilschuld, weil er sich diesen ganzen Schmarrn gefallen lässt und seine eigene Zeit damit verschwendet) geht in Konsumentenhaltung und lässt sich beschallen.

AHA-Effekt in den Reviews und in Einzelgesprächen:  bringt man die Leute zum Nachdenken, bringt man sie dazu den Kopf zu heben, wissen sie ganz genau wie es geht, wie man offene Fragen stellt, wie man die Leidensdrücke und Treiber und Anforderungen des Kunden, des Entscheiders, hinterfragt und auch wie man dann DEN EINEN RICHTIGEN PFEIL aus dem Portfolio, den SOLUTION-Pfeil abschiesst und IMPACT generiert. „Jeder“ konnte es – man musste ihn nur dazu NÖTIGEN. Die Selbstkritik der AM´s und SE´s nach dieser Nötigung sprach jeweils für sich selbst.

Managers Letter – eine Idee von Peter Drucker

Von Timo am 19. Oktober 2009 um 06:18

Wie vermeide / reduziere ich Disconnects zwischen Chef und Mitarbeiter? Briefbogen

2 mal im Jahr schriftlich an seinen Chef

  1. Ziele, die der Chef haben sollte
  2. meine Ziele, wie ich sie sehe
  3. die Messkriterien, nach denen mich mein Chef beurteilen sollte
  4. Dinge, die ich tun sollte, damit ich den Anforderungen gerecht werde
  5. Schwierigkeiten, die ich auf dem Weg dorthin erwarte, und wie ich glaube diese meistern zu können bzw. was ich bräuchte vom Chef und von der Company, um sie leichter zu meistern

Ist ein gutes Tool, das ein gut geführtes 1:1-Gespräch nicht ersetzen, sondern ergänzen soll.

Ergebnis vs. Leistung – Was soll ich belohnen?

Von Timo am 12. Oktober 2009 um 06:32

Allhands-Kick-Off im Kongress-Center in Bad Homburg.  Podium gross
Einschwören auf die Strategie.
Produkt- und Lösungs-Trainings.
Und natürlich Chacka-Chacka: Wir sind die besten.

Wie es halt so ist.

Und dann kommt der Moment beim Awards-Dinner, wo die Top-Performer auf die Bühne gerufen werden.
Die Besten der Besten.
Keiner davon unter 130% ytd-Performance.

Ist das richtig?

Es kommt darauf an, was ich erreichen will.

Sehr oft ist es F A L S C H !

Gehen wir mal in die Schuhe eines AM´s oder SE´s im Auditorium.
Um die geht´s ja hier.
Die sollen hier motiviert werden.
Motiviert werden wofür?
Neue Wege zu gehen, die neuen Lösungen zu verkaufen, ihren Kunden wirklich ganz zu durchdringen – bis hin zur Business-Entscheider-Ebene, Cross- und Up-Selling zu betreiben und neue Budgets für grosse Projekte zu generieren (so oder so ähnlich ist es ja meistens).
Ja ja.
Wir sind immer noch in den Schuhen des AM oder SE.

Jetzt steht da einer auf der Bühne, einer mit 130% Achievement, der aber (Annahme) nicht mal im Ansatz versucht hat die neuen Wege zu gehen, sondern cool und abgeklärt das Old-Business durchgezogen hat und mit Cleverness und dem nötigen Glück einen dicken Deal gelandet hat. Gemessen an dem, was sich die Company vorgenommen hat, ein Dünnbrettbohrer.
Der Typ im Auditorium, der nicht auf der Bühne steht, aber möglicherweise einige Hemden durchgeschwitzt hat, der die neuen Lösungen platziert hat, vielleicht einige Inseln gewonnen hat (aber kein grosses Umsatzvolumen gemacht) – der Dickbrettbohrer – Was denkt der sich wohl ?

Genau.
Ich bin der Depp, weil ich auf die Sprüche reingefallen bin.
Der andere ist der King, weil er die neuen Strategien ignoriert hat und das alte Business weiter gemacht hat.

O.k. – schwarz-weiss – aber nur die YTD-Performance als Grundlage für einen Award zu nehmen ist FALSCH.
Es MUSS auch die Leistung hinter dem Ergebnis stimmen.
Und das muss ich mir genau anschauen. Ich stelle den Award-Winner ja als VORBILD auf die Bühne.

Den schmeiss ich raus.

Von Timo am 17. August 2009 um 06:34

Er ist einer meiner SalesManager.  Manager zieht Mitarbeiter im Wagen
Ich muss ihm andauernd sagen, was er machen soll.
Und nicht mal dann kommt was raus.

Sag mal, mach´ ich da was falsch.

Mach´ mal ein Beispiel:

Seine AM´s bringen viel zu wenige CxO´s und Business-Entscheider zu unserem Kaminabend.

Und … was hast Du zu ihm gesagt.

Na dass er das lösen muss.
Dass seine Jungs auch mind. 5 Execs pro Quartal dazu bringen müssen zu kommen.

Was sagt er dann …

Dass er und seine Jungs schon alles probiert haben, aber die Leute in [Bundesland ;-)] sind halt anders.

Und Du …

Ich sagte zu ihm: Habt ihr schon mal die Assistentinnen mit einbezogen. Die führen doch den Kalender des Exec´s. Die Assistentinnen muss man ernst nehmen und gewinnen. Habt ihr das schon mal gemacht?
Macht das mal. Das hilft auf jeden Fall.

Und was kam dabei heraus …

Nichts. Gar nichts. Wieder nur 1 Exec aus seinem Gebiet. Der Kerl regt mich echt auf. Das ist ja ein harmloses Beispiel. Das macht der mit allem so.

Was hat er dazu gesagt …

Er war schon betroffen, hat mir aber versichert, dass er das mit den Assistentinnen genau so gemacht hat, wie ich es ihm gesagt habe.

Verstehe. Und was wirfst Du ihm jetzt vor …

Ja dass er nichts bewegt hat. Er hat wieder keine 5 Exec´s zum Kaminabend gebracht.

Das hast Du ja auch nicht wirklich von ihm verlangt. Du hast von ihm verlangt, dass er die Assistentinnen pentriert. Das hat er gemacht …

hhhmmm.

Du hast ihm die Verantwortung für die Erreichung des Ziels, diese 5 Exec´s zu bringen, weggenommen und hast seine Verantwortung darauf reduziert die Assistentinnen zu penetrieren. Und das hat er gemacht.

Wenn ich will, dass er die Verantwortung für die Erreichung des Zieles behält, dann mach ich es sinngemäß so: Streichholz mit Mann
[1:1-Meeting in geschlossenem Raum – kein Grossraumbüro – verbindliche, eher dominante Körperspache]
Ich erwarte von Dir, dass auch Du 5 Exec´s bringst.
Kann ich mich auf Dich verlassen. (hier kommt KEIN Fragezeichen hin sondern ein Punkt)
<Ja.>
Gut – dann sag mir jetzt wie Du es anpacken wirst.
[und jetzt kommt der entscheidende Part – jetzt will ich von ihm glasklar, wasserdicht und plausibel SEINEN Weg zur Erreichung des Ziels hören – ich beende das Gespräch erst, wenn ich glaube, dass er es auf diesem Weg erreichen kann]
O.k. klingt gut – Du hast die Verantwortung das so umszusetzen UND DIE 5 EXEC´s diesmal zu bringen.
DAS ERWARTE ICH AUCH VON DIR.

korrekt ODER erfolgreich – don´t ask for permission, beg for forgiveness

Von Timo am 10. August 2009 um 06:12

Salesmanager übernimmt neuen Job – grosse Software-Company – die Aufgabe: führe deine Mannschaft vom Techi-Feature-Sales zum Solution-Sales, sei früher im Sales-Cycle, generiere Impact und Budgets beim Business-Entscheider, ach ja: und hier hast du auch schon mal das wuchtige GOAL dazu im Commissionplan, ist klar 😉 – so eine Transition hat er schon mal gemacht – gut gemacht – mit messbarem Erfolg – weiss wo erStempel-HRabgelehnt beschnitten hinlangen muss und was die Hürden und Hindernisse sind – let´s go: Analyse seiner Mannschaft und deren Salesverhalten – 3 tauschen und dann 5 „Alte“+ 3 Neue entwickeln, upskillen und beschleunigen- er holt sich den Trainer mit dem er es schon mal erfolgreich gemacht hat und …

Er erstellt ein Konzept, das genau ins Schwarze trifft. Es ist ready-to-execute. Seine aufgefrischte Mannschaft ist von heute in 40 Tagen fit und gerüstet für einen erfolgreichen Solution-Sales-Approach. Er hat das prinzipielle GO des Geschäftsführers, soll aber sowohl HR wie auch seine SalesManager-Kollegen involvieren.

korrekt ODER erfolgreich

Er hat das GOAL. Seine Account-Teams haben es natürlich auch.
Der GF und die Kollegen schauen auf ihn: putzt der Neue was oder nicht.

… der weitere Verlauf:
er involviert HR – es gibt ein EMEA-Trainings-Curriculum – diese neue Massnahme muss zum Curriculum passen – das müssen wir dort präsentieren und mit dem Programm synchronisieren – kannst Du da bitte mal eine Präsentation zusammenstellen und auf dem HR-Directors-Meeting in EMEA vorstellen – die Franzosen haben auch so was vor – lass uns doch versuchen die Ideen der Franzosen da mit einfliessen zu lassen – am besten wäre eh eine EMEA-All-Version in Englisch, das dann in jedem Country gleich ist – kannst du dich bitte mit dem Franzosen mal zusammensetzen und eine Hybrid-Version eurer beiden Konzepte bauen … usw.
18 Monate sind vergangen – der neue Salesmanager hat etwa 10 Manntage in den Prozess investiert – das finale GO liegt jetzt in der Hand von EMEA-HR – die haben aber keinen Leidensdruck das Ding zu beschleunigen – es ist völlig unklar ob das Ding je executed wird.

Das war die KORREKTE Version.

Die Alternative wäre gewesen: ich bin neu – ich habe das Goal – der GF braucht genau wie ich auch die Zielerreichung und somit schnell den neuen Solution-Approach auf der Strasse –  wir setzen das Ding einfach auf – machen es – messen den Erfolg (sieht man eh in den Zahlen) – und falls EMEA-HR reklamiert, bitten wir sie um Nachsicht und Verzeihung und geloben Besserung

korrekt ODER erfolgreich – beg for forgiveness, don´t ask for permission