Ich möchte mich auf´s nächsthöhere Management-Level vorbereiten. Welches Buch soll ich lesen?

Von Timo am 08. Juli 2009 um 08:38

Buch TimoRingleinIch selbst habe über die letzten 5 Jahre mehr als 50 Bücher über Führung im weiteren Sinne gelesen und studiert.

Mindestens 40 davon waren verschwendete Zeit.

Meine subjektive Wahrnehmung: im Grunde sind alle Management- und Führungsbücher abgeleitet (abgeschrieben;-) aus den „10 Principles of Sun Tzu – The Art of War for Executives – Appendix“. Die besten Ableitungen und Umsetzungs-Leitfäden sind in den Werken von Peter Drucker zu finden. Den Rest kann man beruhigt im Regal stehen lassen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Ein wegweisender Knaller in der Management-Literatur, speziell mit Blick auf die oben gestellte Frage „Ich möchte mich auf´s nächsthöhere Management-Level vorbereiten. Welches Buch soll ich lesen?“ ist allerdings „Built to Last – Successful Habits of Visionary Companies“ – eine Studie / Analyse der erfolgreichsten Unternehmen des Planeten – spannend – mit Tiefgang – wegweisend.

Meine persönliche Essenz aus Built-to-Last:
Dem bis dato praktizierten Glauben nach, gestützt auch durch Business Schools und einschlägige Experten, hängt der Erfolg eines Unternehmens ab von
– einer guten Produkt- oder Dienstleistungs-Idee,
– einem charismatischen Führer,
– und einer vorhandenen aktuellen Marktchance
(window of opportunity).
Die 6 Jahre dauernde Untersuchung dauerhaft erfolgreicher Unternehmen (alle älter als 50 Jahre) durch Collins und Porras, zeigt deutlich, dass diese Kriterien nicht die elementaren Faktoren für den Erfolg eines Unternehmens sind.
Das gute Produkt wird irgendwann obsolet.
Der charismatische Führer stirbt irgendwann.
Die Marktchance ist einmalig und wiederholt sich nicht.
Der Erfolg eines Unternehmens hängt vielmehr davon ab wie gut das Unternehmen als solches funktioniert. Wie es ihm gelingt immer wieder gute Ideen für Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, immer wieder neue charismatische Führer an seine Spitze zu setzen und immer wieder neue Marktchancen zu entdecken und zu adressieren.

Collins und Porras nutzen die Metapher des Time-Tellers und stellen ihm den Clock-Builder gegenüber. Der Time-Teller, ein genialer Kopf dem es gelingt nur durch einen Blick in den Himmel die genaue Uhrzeit zu sagen. Ein Genie. Aber die Fähigkeit die Zeit zu erkennen bleibt ihm eigen und man braucht ihn als Person jedes Mal wenn man die Uhrzeit wissen möchte. Wäre er ein Clock-Builder, würde also eine Uhr bauen von der jedermann zu jeder Zeit die Uhrzeit ablesen kann, so hätte er einen Mehrwert für alle Zeiten geschaffen und er selbst wäre nicht das Nadelöhr.
Die erfolgreichsten der erfolgreichen Unternehmen zeichnen sich dadurch aus das sie Clock-Building-Mechanismen erfolgreich implementiert haben. Mechanismen, die einen kontinuierlichen Strom von immer wieder guten Produkten, charismatischen Führern und identifizierten Marktchancen generieren. Die Bauart, die Architektur des Unternehmens als solches ist also maßgeblich für den Erfolg und nicht ein geniales Produkt oder ein genialer Führer. Die Studie zeigt sogar einen negativen Einfluss eines frühen Produkterfolgs auf den dauerhaften Erfolg des Unternehmens auf.