… zweimal 2.ter Sieger im Interview-Prozess

Von Timo am 14. September 2009 um 06:44

Was muss ich beim nächsten Mal anders machen um den Job zu bekommen? Podium gross

NICHTS.

Be yourself.
Die Energien finden ihren Weg alleine.
Eine Absage ist eine positive Sortierung.

Ich bin in den letzten 6 Monaten jetzt 2mal angesprochen worden und wurde auch in beiden Fällen zum Interview eingeladen. Ich bekam 2 höflich verpackte Absagen.
Was muss ich beim nächsten Mal anders machen um den Job zu bekommen?

Es gibt 4 Gründe, warum ich einen Job nicht bekomme:

  1. weil meine Fähigkeiten und Skills nicht passen
  2. weil ich als Typ, als Mensch nicht reinpasse
  3. weil ich den Job nicht genug will
  4. weil ich ihn zu stark will

In den ersten 3 Fällen ist es gut, dass ich den Job nicht bekomme.
Gut für mich selbst.
Und gut für das Unternehmen, das den Job besetzt.

1. Weil meine Fähigkeiten und Skills nicht passen

Mit Fähigkeiten und Skills meine ich NICHT Erfahrung sondern eher Talent, Können und Veranlagung.
Wenn einer z.B. ein exzellentes Gleichgewichts-Organ hat, kann er super balancieren OHNE sich grosse Mühe zu geben. Der andere, der zwar gerne balancieren würde, aber genetisch bedingt ein nur mittelmäßig arbeitendes Gleichgewichtsorgan im Ohr hat, der muss 5mal soviel üben und trainieren als der Talentierte und muss sich beim Balancieren viel mehr anstrengen. Er muss in die Pareto-Progression gehen. Er erreicht nicht 80% des Ergebnisses mit 20% Aufwand sondern umgekehrt.
Ein guter Interviewer findet die tatsächlichen Fähigkeiten und Skills eines Bewerbers in 45 Minuten heraus, egal welche Botschaften und Storys der Bewerber senden will. Und wenn er das kann, dann nimmt er nur den Skill-passenden, denn der wird den Job besser und mit weniger Aufwand und mehr Freude stemmen. Das ist logisch und richtig.

2. Weil ich als Typ, als Mensch nicht reinpasse
Chemical Fit – sagt man umgangssprachlich dazu. Was man eigentlich meint:  ist der Bewerber werte- und prinzipien-kompatibel zu unseremPuzzle2 Organismus. Passt er rein. Hier geht es nicht um gut oder schlecht, hier geht es um Passend oder Unpassend (Fit oder MisFit). Passt er mit seinen Werten, Prinzipien und seinen natürlichen Verhaltensweisen zum Organismus des Unternehmens, zu den Genen, zu den im Tagesgeschäft gelebten Werten und Prinzipien (die nicht notwendigerweise die gleichen sind, wie die auf Plakate geschriebenen).
Wenn ja, kann er seine ganze Erfahrung und seine exzellenten Fähigkeiten voll einbringen, wird ohne grosse Mühe erfolgreich sein und glücklich und zufrieden mit der neuen Aufgabe.
Ist er inkompatibel, wird er wie ein Virus isoliert und bekämpft, wie ein unpassendes Organ vom Organismus abgestossen. Er wird evtl. versuchen sein Verhalten zu ändern,  es zu verstellen, aber sein Werte- und Prinzipien-Kern bleibt der gleiche und sein natürliches Verhalten wird inkompatibel bleiben.
Ein guter Interviewer findet die tatsächlichen Werte und Prinzipien eines Bewerbers in 45 Minuten heraus. Und wenn er das kann, dann nimmt er nur den FIT. Logisch und richtig.

jeder zweite Executive scheitert – warum?

Von Timo am 03. August 2009 um 06:14

VicePresident Sales D-A-CH einer jungen US-Company sucht neue Herausforderung – er passt vom Profil und vom Erfahrungsschatz wie derPuzzle2 Deckel auf den Topf als GmbH-Geschäftsführer einer wuchtigen US-Organisation – ein Executive Searcher platziert ihn und die Entscheider finden ihn top – er steigt ein und geht mit Dynamik und hochgekrempelten Ärmeln ans Werk – die Matrix zuckt – political correctness oder Ergebnisse, was wollt ihr haben – Antwort:Ergebnisse – er gibt Gas – die Matrix zuckt wieder – die „Alten“ schauen sich in die Augen und nicken – der erste Disconnect – er strampelt heftiger – wie auf einem Lotusblatt tropfen die Impulse ab und verlaufen im Sand – er gibt Vollgas – die Strömung reisst ab – Derailment, sagt man momentan dazu …

Die Folgen.

Das Unternehmen hat meist 1 ganzes Jahr verloren – die neuen Strategien sind nicht konsequent umgesetzt – die verpassten Business Opportunities sind unwiederbringlich weg – Kosten für Headhunter, Abfindung, Gericht, Anwalt sind entstanden.
Wie kann es sein, dass er es nicht gepackt hat, obwohl anfangs alles so gut aussah und wir uns wirklich sicher waren, dass er der Richtige ist?

Der Executive ist gekündigt – freigestellt bis zum Jahresende – arbeitssuchend – das war der erste Rückschlag in seiner Karriere – er sitzt zu Hause – es nagt an ihm – die Zeit heilt die Wunde nicht, sondern das Zuhausesitzen lässt die Wunde eitern – es wird lange dauern, bis er sich von diesem Brikett erholt.
Wie kann es sein, dass ich dieses Ding nicht gepackt habe, obwohl ich bisher in allen meinen Jobs super performt habe?

Ob es nun 60%  (Studie von RHR International) oder 40% Derailments (Heidrick and Struggles internal study of 20,000 searches as cited by their CEO Kevin Kelly in Brooke Masters‘ article in the Financial Times, March 30, 2009) in den ersten 24 Monaten sind, es ist ein riesiger Schaden der entsteht. Und im Grunde sind diese Quoten nur die Spitze des Eisbergs. Denn etliche der Neuen werden durch nicht genau hinschauende und/oder schnell wechselnde Chefs sowie durch Organisationsänderungen nicht schnell genug als Fehlbesetzungen erkannt, halten sich aus Gründen der persönlichen Sicherheit an ihrem Job fest um dann als mittelmäßig funktionierender Executive mit mittelmäßig motivierten Leuten dauerhaft mittelmäßige Ergebnisse zu liefern und täglich unglücklich ins Büro zu fahren.

Die Ursachen.

Es geht hier NICHT (oder nur sehr selten) um gute oder schlechte Executives, es geht um Passende oder Unpassende (Fit oder MisFit).