Der Preis der Ungleichheit …

Von Timo am 18. Dezember 2012 um 08:20

Joseph Stiglitz – Siedler-Verlag Vogel auf Ast TimoRingleinUntertitel: Wie die Spaltung der Gesellschaft unsere Welt bedroht.

Ich les´ ja eigentlich keine Bücher mehr, aber es ist ja bald Weihnachten …

Der Nobelpreisträger für Wirtschaft zeichnet ein vernichtendes Bild der Zukunft der USA, ein Krebsgeschwür im Endzustand. Er führt dabei vor allem die Schere zwischen OBEN und Unten als den entscheidenden Faktor an. Die Schere öffnet sich mit zunehmender Geschwindigkeit immer weiter führt am Ende zu Absturz und Bürgerkrieg.

Uffff…

Das Buch ist eher akademisch geschrieben und von der Beweisführung her etwas übervollständig und langatmig, aber die Aussagen hauen mich in der Konsequenz um. Dass die USA auf einem absteigenden Ast ist war klar, aber das in dieser Deutlichkeit von einem US-Amerikanischen Nobelpreisträger formuliert, das ist schon mal ein Brikett.

Werte finden …

Von Timo am 08. Februar 2010 um 13:21

Wer bin ich, wofür stehe ich und was ist MIR SELBST wirklich wichtig.

Wie kann es sein, dass ich das im Alter von 47 Jahren nicht weiss?
Wie kann es sein, dass ich keine stabile Grundlage für meine lebensweichenstellenden Entscheidungen habe?

N O R M A L .

Kaum einer weiss das.
Diejenigen, die es wissen, hatten oft eine längere Auszeit, z.B. nach BurnOut, oder ein tragisches Ereignis im Leben, das Sie genötigt hat sich mit ihren Werten auseinanderzusetzen um den Boden unter den Füssen wieder zu finden.

Wie finde ich meine Werte?

Ist ein langer Weg bis ich sie sicher und verlässlich identifiziert habe UND ihnen so fest vertraue, dass ich alle meine Entscheidungen nach diesem Navigationssystem ausrichte.
Warum? Der Weg bis hierhin war erfolgreich – ist eine grosse Überwindung von diesem Pfad abzuweichen.

Hier folgend eine ShortCut-Methode um mal was zum „Ausprobieren“ zu finden.

Step 1.
Schreibe Dir die 5 WICHTIGSTEN Menschen Deines Lebens auf ein Blatt.
[diese Liste geht NUR DICH etwas an – zeige Sie am besten keinem]

Step 2.
Schreibe dann zu jeder Person dazu, welche EIGENSCHAFTEN Du an ihr besonders schätzt.

Step 3.
Priorisiere – welches sind die Top 5 für Dich – im Sinne von
„Mein Leben wäre für mich total sinnlos ohne …“

Das ist ein Anfang.

jeder zweite Executive scheitert – warum?

Von Timo am 03. August 2009 um 06:14

VicePresident Sales D-A-CH einer jungen US-Company sucht neue Herausforderung – er passt vom Profil und vom Erfahrungsschatz wie derPuzzle2 Deckel auf den Topf als GmbH-Geschäftsführer einer wuchtigen US-Organisation – ein Executive Searcher platziert ihn und die Entscheider finden ihn top – er steigt ein und geht mit Dynamik und hochgekrempelten Ärmeln ans Werk – die Matrix zuckt – political correctness oder Ergebnisse, was wollt ihr haben – Antwort:Ergebnisse – er gibt Gas – die Matrix zuckt wieder – die „Alten“ schauen sich in die Augen und nicken – der erste Disconnect – er strampelt heftiger – wie auf einem Lotusblatt tropfen die Impulse ab und verlaufen im Sand – er gibt Vollgas – die Strömung reisst ab – Derailment, sagt man momentan dazu …

Die Folgen.

Das Unternehmen hat meist 1 ganzes Jahr verloren – die neuen Strategien sind nicht konsequent umgesetzt – die verpassten Business Opportunities sind unwiederbringlich weg – Kosten für Headhunter, Abfindung, Gericht, Anwalt sind entstanden.
Wie kann es sein, dass er es nicht gepackt hat, obwohl anfangs alles so gut aussah und wir uns wirklich sicher waren, dass er der Richtige ist?

Der Executive ist gekündigt – freigestellt bis zum Jahresende – arbeitssuchend – das war der erste Rückschlag in seiner Karriere – er sitzt zu Hause – es nagt an ihm – die Zeit heilt die Wunde nicht, sondern das Zuhausesitzen lässt die Wunde eitern – es wird lange dauern, bis er sich von diesem Brikett erholt.
Wie kann es sein, dass ich dieses Ding nicht gepackt habe, obwohl ich bisher in allen meinen Jobs super performt habe?

Ob es nun 60%  (Studie von RHR International) oder 40% Derailments (Heidrick and Struggles internal study of 20,000 searches as cited by their CEO Kevin Kelly in Brooke Masters‘ article in the Financial Times, March 30, 2009) in den ersten 24 Monaten sind, es ist ein riesiger Schaden der entsteht. Und im Grunde sind diese Quoten nur die Spitze des Eisbergs. Denn etliche der Neuen werden durch nicht genau hinschauende und/oder schnell wechselnde Chefs sowie durch Organisationsänderungen nicht schnell genug als Fehlbesetzungen erkannt, halten sich aus Gründen der persönlichen Sicherheit an ihrem Job fest um dann als mittelmäßig funktionierender Executive mit mittelmäßig motivierten Leuten dauerhaft mittelmäßige Ergebnisse zu liefern und täglich unglücklich ins Büro zu fahren.

Die Ursachen.

Es geht hier NICHT (oder nur sehr selten) um gute oder schlechte Executives, es geht um Passende oder Unpassende (Fit oder MisFit).